Der Körper als Tempel meiner Seele

Tempel ist die deutsche Bezeichnung von Gebäuden (lateinisch templum), in denen ursprünglich die Götterbilder aufbewahrt wurden, während die Rituale von Gottesverehrungen und anderer religiöser Handlungen am Altar oder im Freien stattfanden.

Ein Körper = 60 % Wasser – ein Tempel = feste Materie – die Seele = die Psyche ?          Wie passt das zusammen? Was war zuerst da?

Wie heißt der Titel des Romans von J.-H. Rosny aîné? - „Am Anfang war das Feuer?“  Ja, oft brennt meine Seele wie Feuer, läßt mich innehalten, hinspüren, meditieren.

Der Körper als Tempel meiner Seele - meine Seele gibt meinem Körper Leben. Die Seele tanzt im Körper – oder hält inne. Schmerz, Verletzung, Traumata lassen die Seele stillstehen und damit den Körper. Kreuz-, Kopf- oder Gliederschmerzen sind nur ein kleiner Auszug davon. Serge King beschreibt sehr genau in seinem Buch „Ihr Körper glaubt, was sie ihm sagen“ wie der Körper auf die Seele hört (reagiert). Das Gebäude bekommt Risse, der Putz bröckelt ab, der Wind pfeift durch die Ritzen. Der Seele wird kalt. Sie verkriecht sich in die hinterste Ecke und hofft dort auf bessere Zeiten. Und vergisst darüber, sein Gebäude in Ordnung zu halten. Ein Teufelskreis. Ein Psychologe sagte einmal: „Der Zustand/ die Ordnung der Wohnung ist der Zustand/ die Ordnung der Seele“.

Sich kümmern.

Um das Gebäude, um die Fassade, um die Ecken, um den Keller. Hinschauen, abstauben, entrümpeln. Die Scharniere ölen, die Fassade pflegen, Wärme verbreiten. Den Spiegel polieren, hineinschauen, lächeln. Freuen, das ein Lächeln zurückkommt. Das Gebäude beginnt wieder ein Wallfahrtsort zu werden, ein Ort zum Ankommen, Genießen, Wohlfühlen – Ein Tempel!

Sich kümmern.

Um die Seele, die Psyche, das innere Feuer. Doch wie geht hier das abstauben und entrümpeln? Hier beginnt der große Bereich des Nichtwissens, der soo schwer auszuhalten, zu begreifen ist. Je mehr Leute ich um Rat frage, umso mehr Meinungen und Rezepte bekomme ich mit auf den Weg. Lebensberatung, Therapien, Kuren, ein kleiner Lichtblick. Lernen, seine Gefühle wahrzunehmen, auszusprechen, zu deuten, zu verändern. Anschauungen, fest eingebrannte Glaubenssätze verwandeln. Ein langer Prozess. Tränen der Trauer, Tränen der Wut, Tränen der Freude. Ausdruck der Gefühle. Fast verlernt, vergessen. Mein Weg führte mich zu Art of Being® . Die Kunst zu sein erlernen. Frau sein, Verletzlichkeit zeigen zu dürfen

Verletzlich sein dürfen. Lernen, in mein Inneres zu schauen. Wer bin ich? Wie bin ich? Schon Novalis erkannte: „jeder Mensch ist eine kleine Gesellschaft“. Wie viele bin ich? Ist in mir Party – oder Trauergemeinschaft? Manchmal glaube ich, sie sitzen in mir alle um ein Lagerfeuer und grölen durcheinander. Oder verwechsle ich das mit meinem prämenstruellen Syndrom? Toben alle durch meinen Tempel oder gibt es eine Ordnung? Einen Tempelhüter, der wie ein Türsteher meinen Tempel bewacht und niemanden rein läßt?

Sich kümmern.

Um den Körper. 60 % Wasser, 40% Eiweiß, Fett und Nährstoffe. Hülle meiner Seele, Bausstoff meines Tempels. Er will gepflegt sein, genährt sein. Nicht nur mit drei Mahlzeiten am Tag und morgens einer Dusche. Er will gestreichelt, berührt, geliebt und verwöhnt werden. Wieso gibt es hier so einen Mangel? Habe ich es nie gelernt/erfahren? Oder habe ich es im Laufe der Zeit des Funktionierens verlernt? Es gibt so viele Methoden, seinen Körper und seine Gefühle zu entdecken oder alte vergessene Emotionen wieder zu erkennen und bei Bedarf zu heilen. Über Atem-, Tanz- oder Entspannungstherapien ist ein Zugang zu den Gefühlen und Wahrnehmungsmöglichkeiten ebenso möglich, wie über Energiearbeit, Schamanismus oder Familienaufstellungen. Mich führte der Weg ebenfalls zu Art of Being®, in dessen Seminaren Berührungsrituale eine hohe Priorität haben. In geschütztem Rahmen das Geben und Nehmen üben, das Fühlen und das Aussprechen der Wünsche und Bedürfnisse lernen um so den Mangel am Miteinander entgegenzuwirken.

Nervenzellen und ihre Synapsen telegrafieren es zur Seele. Die Seele lacht. Diesmal entsteht kein Teufelskreis, sondern ein „Engelskreis“ – oder eine „Glückspirale“?

Unser ganzes Leben ist ein Gottesdienst. (Novalis) Und der Körper als Tempel unserer Seele ist immer dabei.

2010

Ditte Endriß

Praxis für Beratung, Coaching, und Kinesiologie

Grünhofgasse 3

89073 Ulm

 

Tel: 0731 79086954

Funk: 0152 33724412

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
Copyright © Ditte Endriß - Alle Rechte vorbehalten